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Reparaturleitfäden - Die besseren Reparaturanleitungen

Unter der Bezeichnung "Reparaturleitfaden" gibt der VAG Service Unterlagen heraus, die die Reparatur und Instandhaltung von Fahrzeugen aus dem Volkswagen- und Audi-Konzern beschreiben. In den Reparaturleitfäden sind alle Wartungs-, Einstell- und Reparaturarbeiten in Text und Bild dokumentiert. Bei Reparaturleitfäden handelt es sich nicht um Bücher aus Reihen wie "So wird's gemacht" oder "Jetzt helfe ich mir selbst".

Darüber hinaus gibt der VAG Service ergänzend Fehlersuchprogramme, Ratgeber und Selbststudienprogramme heraus.

Auf dieser Website entsteht ein Verzeichnis aller veröffentlichten Reparaturleitfäden. Der Fokus liegt dabei auf älteren Fahrzeugen, die bereits Liebhaberstatus erreicht haben oder zumindest zunehmend von privat gepflegt und gewartet werden. Die Informationen auf dieser Website sollen Ihnen helfen, herauszufinden, welche Leitfäden Sie für Ihr Fahrzeug benötigen. Zusätzlich wird die Geschichte der Reparaturleitfäden beleuchtet und Informationen zur Beschaffung von Leitfäden angeboten.

Woher bekomme ich Reparaturleitfäden für mein Fahrzeug?

Aus Urheberrechtsgründen können wir auf dieser Seite leider keine Reparaturleitfäden zum Download anbieten. Das Internet bietet jedoch verschiedene Quellen:

Bei Ebay werden permanent sowohl originale Reparaturleitfäden als auch Reproduktionen zu günstigen Preisen angeboten. Die meisten davon in den Kategorien "Reparaturanleitungen VW" und "Reparaturanleitungen Audi".

Volkwagen bietet bei erWin (Elektronische Reparatur und Werkstatt Information) Reparaturleitfäden im PDF-Format zum Kauf an: Volkswagen erWin

Das Volkswagen Classic Parts Center bietet einige ältere Reparaturleitfäden als PDF zum Download an: Volkswagen Classic Parts Center

Geschichte der Reparaturleitfäden

Die folgenden Informationen beruhen auf Erkenntnissen aus langjähriger Sammlertätigkeit und können unvollständig oder inkorrekt sein. Korrekturen und Ergänzungen sind jederzeit Willkommen! (Eine Kontaktadresse finden Sie im Impressum)

Die ersten von der Volkswagen AG herausgegebenen Reparaturunterlagen müssen ab 1946 mit Beginn der Produktion des Käfers erschienen sein. Wann die Bezeichnung "Reparaturleitfaden" zum ersten mal verwendet wurde, steht nicht fest. Sicher ist, dass die Werkstattunterlagen von Volkswagen zu Beginn der 1950er Jahre den Titel "Reparatur-Leitfaden" trugen.

Seitdem hat sich das Erscheinungsbild und die Strukturierung der Leitfäden mehrmals verändert. Es lassen sich verschiedene Generationen unterscheiden:

1. Generation

In der 1. Generation (bis Ende der 1960er Jahre) wurde für jeden Fahrzeugtyp (z. B. Typ 1/Käfer oder Typ 2/Transporter) ein Leitfaden in Form dunkelblauer Ordner mit eingehefteten Loseblättern veröffentlicht. Sehr frühe Ausgaben (bis ca. 1955) waren mit einem Leineneinband versehen, während spätere Exemplare bereits über einen Einband mit Kunststoffüberzug verfügten. Zu Beginn genügte ein einzelner Ordner je Typ, mit zunehmender Vielfalt der Karosserievarianten wurden die Leitfäden jedoch zweibändig. Aufgeteilt sind sie in elf mit Großbuchstaben bezeichnete Reparaturgruppen:

Reparatur-Leitfaden VW-Transporter (1955)
Reparatur-Leitfaden VW-Transporter (1955)
  • A - Aufbau
  • B - Bremsen, Räder und Reifen
  • E - Elektrische Anlage
  • H - Hinterachse und Getriebe
  • K - Kraftstoffanlage
  • M - Motor und Kupplung
  • R - Rahmen (erst ab der 2. Hälfte der 1950er Jahre)
  • S - Schmierung und Wartung
  • T - Technische Daten
  • V - Vorderachse und Lenkung
  • Z - Allgemeine Hinweise

2. Generation

Die 2. Generation erstreckte sich über einen recht kurzen Zeitraum vom Ende der 1960er Jahre bis etwa Mitte der 1970er Jahre. Das äußere Erscheinungsbild glich den Leitfäden der 1. Generation mit Kunststoffeinband, jedoch behandelte jeder Band nun typübergreifend eine (bzw. den Teil einer) Reparaturgruppe. Die Aufteilung in Reparaturgruppen unterschied sich nur geringfügig von der der 1. Generation:

Reparatur-Leitfaden Aufbau-Montagearbeiten Teil 1 (1967)
Reparatur-Leitfaden Aufbau-Montagearbeiten Teil 1 (1967)
  • A - Aufbau
  • B - Bremsen, Räder und Reifen
  • E - Elektrische Anlage
  • F - Frischluftheizung und Klimaanlage
  • H - Hinterachse und Getriebe
  • K - Kraftstoffanlage
  • M - Motor
  • V - Vorderachse und Lenkung

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3. Generation

Mit der 3. Generation (Mitte bis Ende der 1970er Jahre) kehrte man wieder dazu zurück, Typ-spezifische Leitfäden herauszugeben. Gegenüber den Leitfäden der 1. und 2. Generation änderte sich jedoch einiges an der Gestaltung. An die Stelle der dunkelblauen Ordner traten nun geleimte Bücher, an deren Umschlagfarbe sofort abzulesen war, welchen Fahrzeugtyp sie behandeln, z. B.:

Reparatur-Leitfaden Golf/Scirocco (1974)
Reparatur-Leitfaden Golf/Scirocco (1974)
  • Rot - Passat
  • Gelb - Golf
  • Orange - Polo
  • Violett - Typ 2/Transporter
  • Dunkelgrün - Audi 100

Die Leitfäden für Audi-Fahrzeuge, die in der 3. Generation erstmals auch unter der Bezeichnung "Reparaturleitfaden" erschienen, entsprachen anfangs noch nicht diesem Farbschema.

Außerdem änderte sich die Aufteilung und Bezeichnung der Reparaturgruppen. Sie wurden fortan mit zweistelligen Nummern versehen und zu folgenden Hauptgruppen zusammengefasst:

  • 10 - 29 Antriebsaggregat
  • 30 - 39 Kraftübertragung
  • 40 - 49 Fahrwerk
  • 50 - 70 Karosserie
  • 80 - 89 Heizung, Lüftung
  • 90 - 99 Fahrzeug-Elektrik

Die Nummern waren nicht fortlaufend vergeben, zu Beginn waren es nur ca. 30 Stück. Die genaue Bezeichnung der einzelnen Reparaturgruppen variierte.

4. Generation

Reparaturleitfaden Golf/Jetta/Scirocco Fahrwerk (1985)
Reparaturleitfaden Golf/Jetta/Scirocco Fahrwerk (1985)

Das der 4. Generation (ab Ende der 1970er Jahre) zu Grunde liegende Konzept hatte bis zur Ablösung der in Papierform veröffentlichten Leitfäden durch das "Elektronische Service Auskunftssystem" (ELSA) Bestand. Alle Leitfäden (von wenigen Ausnahmen abgesehen) waren Typ-spezifisch. Sie erschienen nun in Heftform und behandelten jeweils (z. T. Aggregat-spezifisch) eine der aus der 3. Generation bekannten Hauptgruppen.

Bis ca. 1980 wurde die aus der 3. Generation bekannte farbliche Kennzeichnung der Einbände fortgesetzt. Danach erhielten alle Leitfäden ein einheitliches Erscheinungsbild: Blauer Einband mit einem roten Streifen am oberen Rand und weißer Schrift. Anfangs waren die Heftklammern, die die Hefte zusamenhalten, noch als Ösen für Ringbuchordner ausgebildet. Die Ringbuchordner schienen sich jedoch als unpraktisch zu erweisen und es wurden Aufbewahrungsboxen eingeführt. Auf den Einsteckschildern dieser Boxen fand sich dann auch die farbliche Markierung aus der 3. Generation wieder.

Reparaturleitfaden Golf/Jetta 4-Zyl. Einspritzmotor (G-Lader), Mechanik (1994)
Reparaturleitfaden Golf/Jetta 4-Zyl. Einspritzmotor (G-Lader), Mechanik (1994)

Ca. Mitte der 1980er Jahre erhielten die Hefte einen blauen Kunststoffumschlag. Leitfäden für Audi wurden später mit grauen Umschlägen versehen. In eine an der hinteren Umschlagseite befindlichen Tasche wurden Pappkarten eingesteckt, die wieder dem bekannten Farbenkonzept folgten.

Von Mitte der 1980er Jahre bis zu Beginn der 1990er Jahre wurden einige Leitfäden auf Mikroplanfilm (Microfiche) veröffentlicht. Neben dem Mikrofilm, der an Stelle der Pappkarte in der o. g. Einstecktasche aufbewahrt wurde, enthielten die Umschläge nur ein Titelblatt, ein Verzeichnis der enthaltenen Reparaturgruppen und ggf. Nachträge in Papierform.

Microfiche-Reparaturleitfäden

Reparaturleitfaden Golf/Jetta 5 Gang-Schaltgetriebe 009 Allradantrieb (1985, Film)

Reparaturleitfäden auf Microfiche waren auf dem Titelblatt durch ein invers gedrucktes "Film" gekennzeichnet. Die Microfiche waren, genau wie die Ersatzteilfilme, im Format 180 x 240 mm gehalten. Zum Betrachten der Microfiche war ein Lesegerät erforderlich, z. B. das VAG MPF-System 2400.

Die einzelnen "Seiten" eines Mikroplanfilms messen ca. 6 x 8,5 mm. Im Lesegerät werden die Filme auf einer verschiebbaren Bühne zwischen zwei Glasscheiben eingelegt. Von unten durchleuchtet wird der Inhalt durch eine Vergrößerungsoptik von hinten auf eine Mattscheibe projeziert. Der Betrachter wählt zuerst an Hand des beigefügten Inhaltsverzeichnisses die richtige Säule aus und navigiert dann zu der Seite, die die gesuchte Information enthält.

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